Der Angstflüsterer
Der Angstflüsterer
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Auf der Terrasse eines Cafés schüttet Herr Bruno einem stummen Zuhörer sein Herz aus und beschreibt eine Welt, in der alles eine von Angst orchestrierte Verschwörung ist.<div> Nach 22 Jahren Zusammenarbeit zwischen dem Autor Matéi Visniec und dem Clown Victor Quezada-Perez untersucht dieses Stück die Mechanismen von Angst, Manipulation und Verschwörungstheorien in der heutigen Zeit. Es bringt ein wegweisendes Werk ans Licht: *Le Souffleur de la Peur* (Der Flüsterer der Angst), Matéi Visniecs allererstes Theaterstück, das bisher unveröffentlicht blieb. Erstmals in Frankreich ist der Autor als Dramaturg an der Seite von Victor Quezada-Perez direkt in den kreativen Prozess eingebunden. Dieses Projekt krönt 22 Jahre außergewöhnlicher künstlerischer Partnerschaft: Regisseur und Schauspieler haben bereits zwölf Stücke von Matéi Visniec inszeniert und aufgeführt! Eine tiefe und beständige Partnerschaft, die von Kritikern einhellig gelobt wird – von der Kult-Radiosendung *Le Masque et la Plume* über die Zeitung *L’Humanité* bis hin zu *Le Figaro*.</div><div><br></div><div> Die Geschichte entführt uns in eine ebenso geheimnisvolle wie beunruhigende Atmosphäre. Auf der Terrasse eines Cafés in der Abenddämmerung hält Monsieur Bruno einem seltsam schweigsamen Mann einen schwindelerregenden Monolog. Vor seinen Augen verwandelt sich die Banalität des Alltags: Jeder Passant wird zum Spion, jede Geste zur Verschwörung, jedes Lächeln zum Komplott. Er seziert die Funktionsweise einer Gesellschaft, die einer unsichtbaren Maschine unterworfen ist, deren Endprodukt Angst ist. Doch wer ist dieser stumme Gesprächspartner, und wie weit wird Monsieur Bruno in seinem paranoiden Wahn treiben? Die Inszenierung ist alles andere als konventionell und nutzt die Poesie und die körperlichen Anforderungen des Clownspiels, um diese Tragödie der Einsamkeit zu verkörpern.</div><div><br></div><div> Das 2025 in Les Vignères bei Cavaillon auf dem ehemaligen Landgut Château Blanc (erbaut 1787) gegründete Ensemble Les Mains Bleues (Die blauen Hände) entstand aus dem Wunsch heraus, gemeinsam mit Bühnenkünstlern mit dem Rohmaterial der Sprache zu arbeiten. Dieses Künstlerkollektiv, reich an vielfältigen Hintergründen und Perspektiven, teilt eine tiefe Liebe zur Sprache und, allgemeiner, zur Sprache. So hat „Les Mains Bleues“ seinen Ursprung in dem Gedichtband „Chair Bleue“ (Blaues Fleisch, 2023), in dem Körper, Sehnsucht und poetische Schöpfung zentrale Themen sind.</div><div><br></div><div> Die Forschung des Unternehmens konzentriert sich vor allem auf Lyrik (sowohl als eigenständiges Genre als auch in ihren alltäglichsten Ausprägungen), den Mut zur Wahrheit und die Notwendigkeit des Schreibens als Mittel des Widerstands. Eine Frage, der wir nachgehen, lautet: Wie lässt sich Lyrik im Theater ausdrücken? Wie findet sie ihren Platz? Warum ist die Verteidigung der Lyrik keine snobistische und elitäre Attitüde, sondern eine politische Notwendigkeit, die das Gemeinwohl, die Stadt, betrifft?</div>
