Mademoiselle Julie – August Strindberg
Mademoiselle Julie – August Strindberg
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August Strindbergs „Fräulein Julie“, das 1888 als zu skandalös galt, berührt heute jeden von uns, unabhängig von unserem sozialen Status.<div> „Fräulein Julie“ ist ein Kammerspiel, eine „naturalistische Tragödie“ von August Strindberg, die das Leben dreier Figuren in einer ausgelassenen Nacht schildert, die sich in einen Albtraum verwandelt. Doch der Albtraum entspringt nicht äußeren Einflüssen; er ist in den Figuren selbst schlummernd. Denn in „Fräulein Julie“ sind die Figuren das Stück selbst.</div><div><br></div><div> Mademoiselle Julie, die Grafentochter und junge Aristokratin, träumt von einem einfacheren Leben fernab gesellschaftlicher Konventionen. Jean, der Kammerdiener des Grafen, strebt derweil verzweifelt nach dem Aufstieg in die höchsten Ränge. Kristin, die Köchin des Grafen, akzeptiert ihren Platz, hegt aber eine zärtliche Sehnsucht nach Jean – einer der wenigen Träume, die ihr innerhalb dieser vier Wände und der ihrer Kirche geblieben sind.</div><div> Anders als die üblichen Protagonisten von Tragödien sind diese Figuren nicht einfach gut oder böse; hier entdecken wir ihre Widersprüche und ihre Komplexität. Eine Menschheit, die durch ihren Untergang erlöst wird.</div><div><br></div><div> In dieser Bearbeitung der Compagnie Dernière Fois werden wir unsere gegenwärtige Gesellschaft untersuchen. Ist es nicht der grundlegende Fehler der Menschheit, soziale Schichten zu schaffen, in denen niemand auf Dauer verweilen möchte? Unterscheidet sich das Leid der Menschen im vergangenen Jahrhundert so sehr von dem der Menschen heute?</div>
